Bosnien Roadtrip mit dem Camper

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myvanture-Redaktion
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Bosnien Roadtrip mit dem Camper: Die perfekte Route zu den schönsten Seen, Wasserfällen und Nationalparks

Ein Bosnien Roadtrip mit dem Camper ist ein Abenteuer für alle, die spektakuläre Natur, einsame Bergstraßen, türkisfarbene Seen und authentische Balkan-Kultur miteinander verbinden möchten. Zwischen tiefen Karstschluchten, wilden Flüssen und abgelegenen Bergdörfern zeigt sich Bosnien und Herzegowina von einer Seite, die viele Reisende noch gar nicht kennen.

Unsere Route verbindet einige der schönsten Naturhighlights des Landes: den Una Nationalpark, die Kravica Wasserfälle, den Rama See, Lukomir, den Nationalpark Sutjeska sowie den Klinje- und Alagovac See. Als Start oder Abschluss bietet sich außerdem der spektakuläre Rote See bei Imotski in Kroatien an.

Bosnien Roadtrip Route im Überblick

Wer aus Mitteleuropa anreist, kann die Route beispielsweise über Kroatien beginnen und nach dem Una Nationalpark wieder Richtung Kroatien, Slowenien oder Österreich weiterfahren.

Die Route auf einen Blick

  1. Roter See bei Imotski
  2. Kravica Wasserfälle
  3. Mostar & Blagaj – optional
  4. Rama See
  5. Prozor-Rama
  6. Lukomir
  7. Sarajevo – optional
  8. Nationalpark Sutjeska
  9. Klinje See
  10. Alagovac See
  11. Una Nationalpark
  12. Štrbački Buk und Bihać

Die Reihenfolge verbindet die südlichen Highlights zunächst mit dem zentralen Bergland und führt anschließend über Ostbosnien in den Norden. So hat man eine abwechslungsreiche Rundreise.

1. Roter See bei Imotski

Noch bevor du die Grenze nach Bosnien und Herzegowina überquerst, lohnt sich ein Abstecher zum Roten See bei Imotski in Kroatien.

Der Crveno jezero liegt in einer gewaltigen Karstsenke und gehört zu den außergewöhnlichsten Naturphänomenen der Region. Die rotbraunen Felswände bilden einen starken Kontrast zum tiefblauen Wasser. Die Doline reicht vom oberen Rand bis zum tiefsten Punkt mehrere hundert Meter hinab.

Der Rote See ist kein klassischer Badesee. Vielmehr geht es darum, die gewaltige Landschaft von den Aussichtspunkten aus zu bestaunen.

Camper-Tipp: Imotski eignet sich hervorragend als erster Zwischenstopp vor der Einreise nach Bosnien. Wer Zeit hat, sollte sich auch den nahegelegenen Blauen See (Modro jezero) ansehen.

Übernachtung: Campingplatz rund um Imotski oder an der kroatischen Küste.

2. Kravica Wasserfälle

Von Imotski geht es über die Grenze nach Bosnien und Herzegowina Richtung Ljubuski. Eines der bekanntesten Naturziele der Herzegowina wartet hier bereits: die Kravica Wasserfälle.

Der Trebižat stürzt über eine breite, halbkreisförmige Kalksteinkante in ein türkisgrünes Becken. Besonders im Frühjahr führt der Wasserfall viel Wasser. Im Sommer verwandelt sich die Umgebung dagegen in einen beliebten Badeplatz.

Für den Besuch solltest du mindestens zwei Stunden einplanen. Im Sommer lohnt es sich, möglichst früh am Morgen zu kommen.

Extra-Stopp: Mostar und Blagaj

Wenn du schon in der Herzegowina bist, solltest du einen zusätzlichen Tag einplanen.

Mostar mit der berühmten Stari Most, die Altstadt und die Buna-Quelle bei Blagaj lassen sich hervorragend in die Route integrieren.

Wer dagegen vor allem Natur sucht, kann Mostar auch auslassen und direkt Richtung Rama See weiterfahren.

mostar

3. Rama See

Nach der warmen Herzegowina verändert sich die Landschaft deutlich. Die Route führt in die Berge und zum Rama See (Ramsko Jezero).

Der große Stausee liegt zwischen bewaldeten und teilweise schroffen Bergen. Besonders charakteristisch sind die vielen Buchten und Inseln, die dem See sein beinahe fjordähnliches Aussehen verleihen.

Ein besonderer Ort ist die Halbinsel Šćit mit dem Franziskanerkloster Rama-Šćit.

Der Rama See gehört zu den besten Stopps dieser Route, wenn du mit dem Camper unterwegs bist und zwischendurch einfach einmal zwei Tage bleiben möchtest.

Was du am Rama See machen kannst

  • SUP fahren
  • schwimmen
  • wandern
  • angeln
  • kleine Bootstouren unternehmen
  • einfach am See entspannen

Tipp: Plane am Rama See mindestens eine Übernachtung, besser zwei Nächte ein.

4. Prozor-Rama

Vom Rama See geht es weiter durch die Region Prozor-Rama.

Der Ort Prozor selbst ist weniger spektakulär als die Landschaft drumherum. Genau das macht den Abstecher interessant: Du bekommst einen Eindruck vom ländlichen Bosnien, weit weg von den großen Sehenswürdigkeiten.

Die Strecke ist ideal für einen Roadtrip mit dem Camper, denn hier geht es weniger darum, möglichst viele Punkte auf der Karte abzuhaken. Stattdessen solltest du dir Zeit für spontane Stopps nehmen.

Roadtrip-Tipp: Halte Ausschau nach kleinen Cafés, Bauernhöfen und lokalen Restaurants. Gerade außerhalb der touristischen Zentren bekommst du häufig einen viel authentischeren Eindruck vom Land.

5. Lukomir

Jetzt wird es richtig spektakulär.

Auf der Hochebene des Bjelašnica-Gebirges liegt Lukomir, das höchstgelegene dauerhaft bewohnte Bergdorf Bosniens. Das Dorf liegt auf ungefähr 1.455 Metern Höhe und ist bekannt für traditionelle Steinhäuser, Holzzäune und eine beeindruckende Berglandschaft.

Die Fahrt nach Lukomir ist bereits ein Erlebnis.

Die Zufahrt ist teilweise schmal und nicht vollständig asphaltiert. Eine alternative Route führt über Schotterpisten über das Hochplateau und wird insbesondere für kleinere Fahrzeuge mit hoher Bodenfreiheit beziehungsweise Allrad empfohlen.

Was du in Lukomir erleben solltest

  • durch das alte Dorf spazieren
  • traditionelle Häuser entdecken
  • lokale Spezialitäten probieren
  • eine Wanderung auf der Bjelašnica unternehmen
  • den Blick über die Rakitnica-Schlucht genießen
  • bei einem lokalen Gastgeber einkehren

Camper-Tipp: Mit einem großen Wohnmobil ist es hier schwierig. Bei schlechtem Wetter können Schotter- und Bergstrecken deutlich unangenehm werden. Zusätzlich ist bei Reisen mit Hund besondere Vorsicht geboten: In den Bergregionen triffst du immer wieder auf Herdenschutzhunde, die ihre Herden beschützen und fremde, insbesondere vierbeinige Besucher nicht unbedingt freundlich empfangen.

Unsere kleineren Modelle sind hier klar im Vorteil.

6. Sarajevo

Von Lukomir geht es Richtung Sarajevo.

Wenn du noch nie in der bosnischen Hauptstadt warst, solltest du mindestens einen Tag einplanen. Die Altstadt Baščaršija, die Sebilj-Brunnen, die Gazi-Husrev-Beg-Moschee und die Mischung aus osmanischer, österreichisch-ungarischer und moderner Architektur machen Sarajevo zu einem der interessantesten Städteziele des Balkans.

Für einen reinen Natur-Roadtrip kannst du Sarajevo allerdings auch auslassen und direkt Richtung Sutjeska fahren.

7. Nationalpark Sutjeska

Von Sarajevo führt die Route nach Osten in den Nationalpark Sutjeska.

Hier wird Bosnien endgültig wild.

Der Nationalpark schützt eine der ursprünglichsten Berglandschaften des Landes. Zu den bekanntesten Zielen gehören das Sutjeska-Tal, der Aussichtspunkt bei Maglić, der Perućica-Urwald und die Bergseen der Zelengora.

Der Park gehört zu den Höhepunkten der gesamten Reise.

Besonders sehenswert

Perućica-Urwald:

Einer der letzten großen Urwälder Europas.

Maglić:Mit 2.386 Metern der höchste Berg Bosnien und Herzegowinas.

Zelengora:Eine traumhafte Bergregion mit mehreren glasklaren Seen.

Tjentište:Das historische Zentrum des Nationalparks und gleichzeitig ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen.

Für Camper gibt es im Bereich Tjentište einen organisierten Campingbereich. Auch rund um den Orlovačko Jezero gibt es Campingmöglichkeiten. Innerhalb des Nationalparks sollte nur an dafür vorgesehenen Stellen übernachtet werden.

Wichtig: Die Bergstraßen im Sutjeska-Gebiet sind nicht mit europäischen Hauptstraßen zu vergleichen. Plane langsamere Fahrzeiten ein.

8. Klinje See

Nach dem Sutjeska Nationalpark geht es weiter Richtung Gacko.

Kurz vor beziehungsweise bei Gacko wartet mit dem Klinje See (Jezero Klinje) ein echter Geheimtipp.

Der rund 26 Hektar große Stausee stammt aus der österreichisch-ungarischen Zeit und überrascht mit intensiv türkisblauem Wasser.

Hier geht es nicht um eine große touristische Infrastruktur. Genau deshalb passt der Klinje See perfekt zu einem Roadtrip.

Einfach anhalten, Aussicht genießen, baden, sofern die Bedingungen und örtlichen Regeln es zulassen und die Landschaft auf sich wirken lassen.

In der Region Gacko wird außerdem an neuen Freizeitangeboten wie einer Zipline über dem Klinje See gearbeitet.

klinje-see

9. Alagovac See

Von Gacko führt die Route weiter Richtung Nevesinje zum Alagovac See.

Der kleine Stausee ist deutlich ruhiger als die bekannten Seen des Landes und eignet sich deshalb hervorragend als Zwischenstopp.

Gerade für Camper ist das interessant: Statt den nächsten großen Touristen-Hotspot anzusteuern, kannst du hier eine Pause einlegen, die Landschaft genießen und anschließend weiter Richtung Norden fahren.

Tipp: Diese Etappe nicht zu vollpacken. Auf einem Bosnien Roadtrip sind die kleinen Stopps an Seen und Aussichtspunkten oft mindestens so schön wie die großen Sehenswürdigkeiten.

10. Una Nationalpark

Zum Abschluss geht es Richtung Nordwesten zum Una Nationalpark.

Der Nationalpark gehört zu den beeindruckendsten Naturgebieten Bosniens. Mittelpunkt sind die Flüsse Una, Unac und Krka, die durch tiefe Täler und grüne Landschaften fließen.

Das Highlight ist der Wasserfall Štrbački Buk.

Der Wasserfall gehört zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten des Parks und ist besonders eindrucksvoll, wenn die Una viel Wasser führt. Der Nationalpark bietet außerdem Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren, Angeln und Rafting.

nationalpark-una

Weitere Stopps im Una Nationalpark

Neben Štrbački Buk solltest du dir Zeit für folgende Orte nehmen:

  • Martin Brod
  • Kulen Vakuf
  • die Una-Wasserfälle
  • Una-Tal
  • Rafting auf der Una

Gerade Martin Brod eignet sich gut als Ausgangspunkt, um die Flusslandschaft zu erkunden.

Für Camper gibt es im und um den Nationalpark mehrere kleine, familiengeführte Campingplätze. In Kulen Vakuf werden beispielsweise einfache Plätze direkt am Fluss angeboten.

Wie viele Tage braucht man für den Bosnien Roadtrip?

Für diese Route würde ich mindestens 12 Tage einplanen.

Noch entspannter wird die Reise mit 14 bis 16 Tagen.

Camping in Bosnien: Das solltest du als Camper wissen

Bosnien und Herzegowina ist ein großartiges Camperland, aber du solltest dich nicht auf dieselben Regeln verlassen wie in manchen anderen Balkanländern.

1. Wildcampen ist offiziell keine gute Idee

Das Freie Campen ist in Bosnien und Herzegowina grundsätzlich nicht erlaubt. Auf Privatgrundstücken muss vorher die Zustimmung des Eigentümers eingeholt werden.

Gerade in Nationalparks wie Una und Sutjeska solltest du ausschließlich ausgewiesene Campingmöglichkeiten nutzen.

Auch wenn Reisende immer wieder berichten, dass freies Stehen außerhalb touristischer Zentren geduldet wird, solltest du Duldung nicht mit Erlaubnis verwechseln.

2. Minengefahr ernst nehmen

Das ist einer der wichtigsten Punkte auf einem Bosnien Roadtrip.

In einigen Regionen gibt es noch immer ehemalige Minen- und Kampfmittelbelastungen. Verlasse deshalb befestigte Straßen und eindeutig sichere Wege nicht auf eigene Faust.

Das gilt insbesondere beim vermeintlichen „perfekten Wildcampingplatz“ irgendwo mitten in den Bergen.

Beim Wandern solltest du markierte Wege nutzen und Warnschilder unbedingt beachten.

3. Nicht jede Straße ist eine Wohnmobilstraße

Die Hauptstraßen sind grundsätzlich gut befahrbar, doch viele interessante Sehenswürdigkeiten liegen abseits der Hauptverbindungen.

Besonders bei:

  • Lukomir
  • Sutjeska
  • Zelengora
  • kleineren Bergseen
  • abgelegenen Aussichtspunkten

können Straßen eng, kurvig oder unbefestigt sein.

Für große Wohnmobile gilt: Lieber einmal wenden als eine schmale Bergstraße erzwingen.

Mit unseren kleineren Campermodellen bist du deutlich flexibler.

4. Tanken und Bargeld

In Bosnien wird mit der Konvertiblen Mark (KM/BAM) bezahlt.

Karten werden an vielen Tankstellen und größeren Geschäften akzeptiert, trotzdem solltest du immer etwas Bargeld dabeihaben, insbesondere für kleine Campingplätze, Restaurants und abgelegene Regionen.

5. Langsamer fahren und Zeitpuffer einplanen

Ein Fehler, den viele Roadtrip-Reisende machen: Sie planen Bosnien nach Kilometerzahl.

Das funktioniert hier nicht immer.

Eine Strecke von 100 Kilometern kann deutlich länger dauern als erwartet, weil du durch Berge fährst, langsamere Fahrzeuge überholst, an Aussichtspunkten anhältst oder plötzlich eine kleine Nebenstraße interessanter aussieht als die geplante Route.

Plane lieber weniger Kilometer und mehr Zeit ein.

Die schönsten zusätzlichen Stopps entlang der Route

Wenn du mehr als zwei Wochen Zeit hast, kannst du den Roadtrip noch erweitern.

Blagaj

Die Buna-Quelle und das historische Derwischkloster liegen nur wenige Kilometer von Mostar entfernt.

Mostar

Die Stari Most und die Altstadt gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes.

Jajce

Die historische Stadt liegt am Zusammenfluss von Pliva und Vrbas. Besonders beeindruckend ist der Wasserfall mitten in der Stadt.

Pliva-Seen

Perfekt für eine zusätzliche Natur-Etappe zwischen Una Nationalpark und Zentralbosnien.

Sarajevo

Ideal für einen Kultur- und Kulinarik-Stopp.

Zelengora

Wer gerne wandert, sollte im Sutjeska-Gebiet zusätzliche Zeit für die Bergseen einplanen.

Die beste Reisezeit für einen Bosnien Roadtrip

Für einen Roadtrip mit dem Camper sind Mai, Juni, September und Anfang Oktober besonders interessant.

Mai und Juni

Die Wasserfälle führen häufig viel Wasser und die Natur ist sattgrün.

Juli und August

Perfekt zum Baden an Kravica, Rama und den anderen Seen. Dafür sind die bekannten Sehenswürdigkeiten deutlich voller und die Temperaturen in der Herzegowina können sehr hoch sein.

September

Für mich eine der besten Zeiten für diese Route: angenehmere Temperaturen, weniger Touristen und oftmals noch warme Tage.

Oktober

Sehr schöne Herbstfarben in den Bergen, allerdings können Nächte in Lukomir und Sutjeska bereits kalt werden.

Fazit: Bosnien mit dem Camper

Ein Bosnien Roadtrip mit dem Camper ist weniger eine klassische Sightseeing-Tour und mehr eine Reise durch eine unglaublich abwechslungsreiche Landschaft.

Du startest am spektakulären Roten See bei Imotski, badest unter den Kravica Wasserfällen, stehst mit dem Camper am Rama See, fährst hinauf ins abgelegene Lukomir, erkundest die Wildnis des Sutjeska Nationalparks, entdeckst die türkisfarbenen Geheimtipps Klinje und Alagovac und beendest die Reise an den wilden Flüssen des Una Nationalparks.

Das Besondere ist dabei nicht nur die Liste der Sehenswürdigkeiten.

Es sind die kleinen Straßen dazwischen, die einsamen Berglandschaften, spontane Kaffeepausen, lokale Restaurants, freundliche Menschen und die Möglichkeit, morgens mit Blick auf einen bosnischen Bergsee aufzuwachen.

Wer den Balkan abseits der klassischen Touristenrouten erleben möchte, sollte Bosnien ganz oben auf die Roadtrip-Liste setzen.

Und wer mit dem Camper unterwegs ist, sollte vor allem eines mitbringen: Zeit. Denn die schönsten Momente dieser Route stehen nicht immer auf der Karte.

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